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Stand: September 2026

Elbe-Elster Klinikum: Chronologie und unsere Einschätzungen

Seit Jahren wird über die Zukunft der Krankenhäuser in Elsterwerda, Finsterwalde und Herzberg gestritten. Als Fraktion Unabhängige Bürger Elbe-Elster – bis 2026 Freie Wähler EE – haben wir im Kreistag immer wieder Fragen gestellt, Alternativen eingefordert und eigene Anträge eingebracht.

Hier dokumentieren wir, was wann entschieden wurde, wie abgestimmt wurde und wo unser Fraktionsvorsitzender Ronny Zierenberg nachgehakt hat. Das Neueste steht oben. Jeder Eintrag verweist auf die Quelle, meist die öffentliche Niederschrift im Ratsinformationssystem des Landkreises. Hintergründe und Stellungnahmen stammen zusätzlich von unserer Wählergruppe Unabhängige Bürger Finsterwalde.

Wo stehen wir heute?

  • Die Kreistagsmehrheit hält am zentralen Klinikneubau fest. Die drei Häuser sollen zu Gesundheitszentren werden („3+1“). Ein Standort ist noch nicht beschlossen, Landrat Schmidt (parteilos) soll den Grundstückserwerb vorbereiten.
  • Die Finanzierung ist weiter offen. Genannt wurde ein Eigenanteil von rund 70 Mio. €, laut Landkreis noch nicht endgültig.
  • Zu realistischen Baukostensteigerungen bis zur Fertigstellung gibt es bis heute keinerlei Aussagen. Solange nicht auf dem Tisch liegt, was der Neubau am Ende tatsächlich kostet und wie eine entstehende Lücke geschlossen werden soll, ist seine Umsetzung aus unserer Sicht alles andere als sicher.
  • Das Klinikum steht wirtschaftlich unter Druck. Nach der Statusprüfung hat Landrat Marcel Schmidt (parteilos) die Geschäftsführung abberufen, übergangsweise leitet ein Sana-Manager das Haus.
  • Alle drei Standorte sind weiter in Betrieb.
  • Eine (Teil-)Privatisierung des Klinikums war zu keinem Zeitpunkt Gegenstand von Gesprächen. Landrat Schmidt (parteilos) hat das mehrfach klargestellt. Mit diesem Gerücht haben aus unserer Sicht allein die Fraktionen von CDU, SPD/FDP/Grünen und BVG Stimmung gemacht.
  • Auffällig ist für uns, wer jetzt Fragen stellt. In den Sitzungen, die wir in dieser Chronik dokumentieren, ist aus den Fraktionen von CDU, SPD/FDP/Grünen und BVG keine Nachfrage zu den Gesamtkosten des Neubaus, zum Eigenanteil des Landkreises, zu den Kosten der Gutachten oder zur Besetzung der Geschäftsführung festgehalten – auch nicht, als die Stelle Ende 2023 ohne Ausschreibung vergeben wurde. Seit ein Landrat entschlossen und transparent handelt, ist das Interesse plötzlich da.

Unser Standpunkt

Wir haben uns für den Erhalt und die Weiterentwicklung der drei Standorte und für eine unabhängige Prüfung der Alternativen eingesetzt. Die Mehrheit im Kreistag hat anders entschieden. Jetzt kommt es darauf an, dass das Klinikum wirtschaftlich stabil wird, die Versorgung an allen drei Standorten gesichert bleibt und über jeden weiteren Schritt – auch einen möglichen Zentralbau – offen und ehrlich beraten wird. Den Kurs von Landrat Schmidt (parteilos), die Lage ungeschönt auf den Tisch zu legen, unterstützen wir.

Stand: September 2026. Diese Seite wird fortlaufend ergänzt.

Begriffe kurz erklärt

Modell „3+1“
Ein neues Zentralklinikum („+1“) übernimmt die stationäre Versorgung. Die drei bisherigen Häuser („3“) werden zu Gesundheitszentren mit ambulanten Angeboten umgebaut.
Transformationsfonds
Fördertopf von Bund und Ländern, aus dem der Umbau von Krankenhausstrukturen bezahlt werden soll.
Lenkungsgruppe Krankenhaus
Beratungsgremium aus Landrat, Fraktionen, Bürgermeistern der Klinikstädte, Klinikleitung, Betriebsrat und weiteren Beteiligten. Seit 2023.
Aufsichtsrat
Kontrolliert die Geschäftsführung der Klinikum GmbH. Tagt nicht öffentlich – viele Weichen wurden dort gestellt.

Chronik

2026

  1. 9. September 2026

    Sonderkreistag: Freistellung rechtmäßig, Kurs zum Zentralklinikum bestätigt

    Die Fraktionen CDU, SPD/FDP/Grüne und BVG hatten die Sondersitzung beantragt, um die Abberufung des Geschäftsführers zu „klären“. Das Rechtsamt des Landkreises hält die Freistellung für rechtmäßig. Der neue Interimsgeschäftsführer legt die wirtschaftliche Lage des Klinikums offen.

    • Eine (Teil-)Privatisierung des Klinikums wurde zu keinem Zeitpunkt besprochen.
    • Die Freistellung des Geschäftsführers war rechtmäßig.

    Ein Standort ist noch nicht beschlossen. Auf unseren Änderungsantrag hin muss die Standortwahl zuerst im Kreisausschuss begründet werden, danach entscheidet der Kreistag. Die Sicherung eines Grundstücks steht unter diesem Vorbehalt. Der Interimsvertrag mit Sana soll um drei Monate verlängert werden.

    Unsere Einordnung

    Die Klärung ist erfolgt – anders, als manche Antragsteller es sich erhofft hatten. Unser Klinikum braucht jetzt Ruhe, eine handlungsfähige Führung und eine sachliche Debatte über seine Zukunft.

    Quelle: Pressemitteilung Landkreis 11.09.2026; Tagesordnung (BV-087/2026, BV-085/2026)

    Unsere Stellungnahme lesen → · Bericht der UBF →

  2. 9. September 2026

    Standortfrage: Unser Änderungsantrag wird angenommen

    Die Beschlussvorlage BV-087/2026 der Fraktionen SPD/FDP/GrüneB90, BVG und CDU/Hz beauftragt den Landrat, unverzüglich alle Schritte zum Erwerb des für den Neubau vorgesehenen Grundstücks einzuleiten. Welcher Standort das ist und warum gerade dieser, steht in der Vorlage nicht. Eine Begründung der Standortwahl war dem Kreistag bis dahin nie vorgelegt worden. Der Kreistag hat unseren Änderungsantrag angenommen und damit bestätigt: Der Standort ist zuerst zu begründen, und über den Standort entscheidet der Kreistag.

    Unser Änderungsantrag

    Wir haben beantragt, dass die Ersteller der Standortanalyse und der Landkreis die Standortentscheidung zuerst im Kreisausschuss vorstellen und begründen – und zwar als vergleichende Bewertungsmatrix, in der der vorgesehene Standort und die geprüften Alternativen nach einheitlichen, gewichteten Kriterien gegenübergestellt werden. Enthalten sein müssen mindestens:

    • ÖPNV-Erreichbarkeit, auch kreisübergreifend, etwa Richtung Cottbus oder Leipzig
    • Straßenverkehrliche Erschließung mit den nötigen Aus- und Neubaumaßnahmen
    • Bevölkerung im Einzugsbereich: Einwohnerzahlen in Erreichbarkeitsradien von 15, 30 und 45 Minuten, getrennt nach Pkw und ÖPNV, mit Prognose bis 2040
    • Zu erwartende Kosten für den Grundstückskauf

    Über den Standort sollte anschließend der Kreistag entscheiden. Bis dahin sollten keine Verträge geschlossen oder Planungsleistungen beauftragt werden, die den Standort rechtlich oder wirtschaftlich festlegen. Verhandlungen und fristwahrende Schritte wären weiter möglich geblieben, das Land wäre über den Zeitplan informiert worden.

    Uns ging es um eine einfache Frage: Wie kommen Patientinnen und Patienten und die Beschäftigten künftig zum Klinikum? Genau dazu hat in der Debatte niemand aus den antragstellenden Fraktionen nachgefragt.

    Dazu kommt: In der gesamten Amtszeit von Landrat Jaschinski (CDU) hat weder die Verwaltung noch die Klinikleitung dem Kreistag eine Vorlage zum Standort vorgelegt. Die Standortanalyse der BTU Cottbus wurde nach unserer Kenntnis ohne Beteiligung des Kreistages beauftragt und lag bereits Ende 2025 vor. Auch aus der CDU kam seit Ende 2025 und damit in der Amtszeit des alten Landrates keine Beschlussvorlage zum Standort. Jetzt plötzlich Druck aufzubauen, passt für uns nicht zusammen.

    Quellen: Beschlussvorlage BV-087/2026 vom 24.08.2026; Änderungsantrag der Fraktion Unabhängige Bürger Elbe-Elster

  3. 6. August 2026

    Landrat Schmidt (parteilos) beruft Geschäftsführer ab

    Landrat Marcel Schmidt (parteilos) beruft Geschäftsführer Michael Winkler mit sofortiger Wirkung ab. Als Gründe nennt er anhaltend negative wirtschaftliche Ergebnisse und fehlendes Vertrauen. Übergangsweise übernimmt Mirko Papenfuß von den Sana Kliniken. Die Bürgermeister von Finsterwalde, Elsterwerda und Herzberg stellen sich hinter Landrat Schmidt (parteilos). Der Aufsichtsratsvorsitzende legt sein Amt nieder.

    Wir begrüßen diesen Schritt

    Die Fraktion Unabhängige Bürger Elbe-Elster begrüßt die Entscheidung von Landrat Schmidt (parteilos) ausdrücklich. Angesichts der wirtschaftlichen Lage des Klinikums war Handeln geboten – abzuwarten wäre verantwortungslos gewesen.

    Im Zuge der Abberufung hat Landrat Schmidt (parteilos) deutlich gemacht, dass keine Privatisierung oder Teilprivatisierung des Klinikums ansteht. CDU, SPD und BVG haben aus unserer Sicht dennoch weiter Stimmung mit einer möglichen Privatisierung gemacht.

    Quelle: kma Online; NIEDERLAUSITZ aktuell

    Unsere Stellungnahme lesen →

  4. 22. Juni 2026

    Statusprüfung: Rücklagen des Klinikums schmelzen

    Landrat Schmidt (parteilos) stellt dem Kreistag die Zwischenergebnisse der Wirtschaftsprüfer Forvis Mazars vor. Sie warnen, dass die Rücklagen des Klinikums bei der aktuellen Ertragslage schnell aufgezehrt werden, wenn nicht gegengesteuert wird.

    Unsere Anfrage

    Unsere Fraktion hat zu dieser Sitzung eine eigene Anfrage zur Elbe-Elster Klinikum GmbH eingereicht (AF-004/2026, eingebracht von Ronny Zierenberg).

    Quelle: Tagesordnung Kreistag 22.06.2026, TOP 3.2.1 und 21; kma Online

    Unsere Stellungnahme lesen →

  5. Mai 2026

    Landrat Schmidt (parteilos) lässt das Klinikum unabhängig prüfen

    Kurz nach seinem Amtsantritt kündigt Landrat Marcel Schmidt (parteilos) eine unabhängige Statusprüfung des Klinikums an. Den Auftrag erhält die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Forvis Mazars.

    Ein anderer Stil

    Anders als sein Vorgänger Jaschinski (CDU) hat Landrat Schmidt (parteilos) vor der Beauftragung alle Fraktionsvorsitzenden in einer eigens einberufenen Sitzung über sein Vorgehen informiert und um ihre Meinung gebeten. Die Mehrheit hat das Vorgehen unterstützt, eine grundsätzliche Ablehnung kam aus keiner Fraktion.

    Und anders als vielfach behauptet handelt es sich nicht um ein drittes Gutachten zum Neubau, sondern um eine Statusanalyse des gesamten Klinikums. Sie bewertet neben vielen anderen Punkten auch das Modell „3+1“.

    Quelle: NIEDERLAUSITZ aktuell; ub-ee.de, 10.09.2026

  6. 1. März 2026

    Marcel Schmidt (parteilos) wird Landrat

    Nach Hauptwahl am 15. Februar und Stichwahl am 1. März wird Marcel Schmidt (parteilos) Landrat und löst Christian Jaschinski (CDU) ab. Wir hatten ihn in der Stichwahl unterstützt. Am 23. März 2026 wird er im Kreistag vereidigt, im April tritt er sein Amt an.

    Bis dahin hatte Landrat Jaschinski (CDU) dem Kreistag keine Vorlage zum Neubau-Standort vorgelegt. Anfragen zur Finanzierung aus den Fraktionen von CDU, SPD/FDP/Grünen und BVG sind in den Tagesordnungen nicht zu finden.

    Quelle: Landkreis Elbe-Elster; Tagesordnung Kreistag 23.03.2026; ub-fiwa.de, 20.02.2026

    Unsere Stellungnahme lesen →

  7. 25. Februar 2026

    „Warum ich den Klinikneubau kritisch sehe“ – 16 Punkte

    Vor der Stichwahl, die fast nur noch vom Klinikneubau bestimmt wird, legt Ronny Zierenberg ausführlich dar, warum er den Neubau für ein Risiko hält.

    Die wichtigsten Punkte
    • Kosten: Beantragt wurden 326 Mio. € aus dem Transformationsfonds. Kostensteigerungen bis zur Fertigstellung sind nicht eingerechnet. Bei 4 bis 7 % Baukostensteigerung pro Jahr könnten es 446 bis 560 Mio. € werden – eine mögliche Lücke von 120 bis 230 Mio. €.
    • Transparenz: Weder das Oberender-Gutachten noch das Zweitgutachten wurden dem Kreistag vorgelegt, nur per Akteneinsicht zugänglich. Offen ist auch, mit welchem Auftrag das Zweitgutachten erstellt wurde.
    • Förderung: Die drei Häuser sind Sicherstellungskrankenhäuser mit besonderen Zuschlägen und Ausnahmeregeln. Als Gesundheitszentren verlieren sie den Krankenhausstatus – und damit diese Mittel.
    • Versorgung in der Fläche: Notfallpatienten fahren dorthin, wo es am schnellsten geht – aus Randgebieten womöglich eher in Nachbarkreise als in die Kreismitte.
    • Beteiligung: 9.000 Unterschriften bekamen im Kreistag keine 15 Minuten. Eine ergebnisoffene Diskussionsrunde über den Erhalt der Häuser gab es nie.

    Quelle: ub-fiwa.de, 25.02.2026 (persönliche Einschätzung von Ronny Zierenberg)

    Alle 16 Punkte lesen →

2025

  1. 1. Dezember 2025

    Zweitgutachten und Standortanalyse – und dann passiert nichts

    Laut Erstem Beigeordneten kommt das Zweitgutachten der Firma Solidaris zu denselben Ergebnissen wie das Oberender-Gutachten. Vorgestellt wurde es im Kreisausschuss und in der Lenkungsgruppe, nicht im Kreistag. Eine Standortanalyse der BTU Cottbus hat mehrere mögliche Räume für einen Neubau ermittelt. Die Verwaltung kündigt an, eine Beschlussvorlage zum Standort vorzubereiten.

    Unsere Einordnung

    Die Vergabe des Zweitgutachtens war nicht mit dem Kreistag abgestimmt, und der genaue Auftrag wurde dem Kreistag nach unserer Kenntnis bis heute nicht vorgelegt. Dabei entscheidet gerade der Auftrag darüber, was ein Gutachten überhaupt prüft. Die Standortanalyse war Ende 2025 fertig – die angekündigte Beschlussvorlage zum Standort kam bis zum Ende der Amtszeit von Landrat Jaschinski (CDU) nicht.

    Quelle: Niederschrift Kreistag 01.12.2025, TOP 3.1; Tagesordnungen des Kreistages bis März 2026

  2. 13. Oktober 2025

    70 Mio. € Eigenanteil – erst beim Bürgerdialog genannt

    Bei einem Bürgerdialog in Herzberg wird ein Eigenanteil des Landkreises von 70 Mio. € für den Neubau genannt. Zuvor war im Kreistag von 100 %, dann von 90 % Förderung die Rede. Landrat Jaschinski (CDU) erklärt, die Zahl sei noch nicht endgültig.

    Unsere Frage bleibt

    Woher sollen 70 Mio. € Eigenmittel kommen – bei einem Landkreis mit Haushaltssperre und einem Klinikum mit Millionendefiziten? Aus den Fraktionen von CDU, SPD/FDP/Grünen und BVG kam dazu laut Niederschrift keine einzige Nachfrage.

    Ronny Zierenberg hatte bereits schriftlich nach der Umstrukturierung des Klinikums und der medizinischen Grundversorgung gefragt (AF-022/2025, beantwortet am 28. August 2025).

    Quelle: Niederschrift Kreistag 13.10.2025, TOP 4.2 und 4.2.1 (berichtigte Fassung vom 01.12.2025)

    Unser Kommentar zum Bürgerdialog →

  3. 16. Juni 2025

    Weiterentwicklung statt Neubau: Unser Antrag scheitert knapp

    Wir beantragen, die Planungen für „3+1“ einzustellen und stattdessen die drei Klinikstandorte baulich und in ihrem medizinischen Leistungsspektrum weiterzuentwickeln – mit Mitteln aus dem Transformationsfonds. Der Antrag wird in namentlicher Abstimmung knapp abgelehnt (22 Ja, 26 Nein, 2 Enthaltungen).

    • In der Debatte erklärte eine Abgeordnete der CDU-Fraktion, dass sie sich mit dem Thema und den Unterlagen überhaupt nicht beschäftigt habe, sondern ihr Handeln auf dem Vertrauen in den damaligen Landrat und den damaligen Geschäftsführer fußt. Als Mitglied eines Kontrollgremiums, das genau diese Personen kontrollieren soll, ist das für uns ein Offenbarungseid – und sinnbildlich für den Zustand der CDU.
    Worum es uns ging

    Uns ging es nie darum, am Status quo festzuhalten. Dass Doppelstrukturen und die bisherigen Strukturen auf Dauer nicht funktionieren, hat niemand bestritten – auch wir nicht. Wir wollten geprüft haben, wie die drei Häuser weiterentwickelt, spezialisiert und zukunftsfest gemacht werden können, statt sie aufzugeben.

    Ronny Zierenberg im Kreistag
    • Im Landkreis ist die stationäre Versorgung um rund 32 % zurückgegangen, im Bundesschnitt um etwa 12 %. Die Lage vor Ort ist also nicht allein Folge der Bundesreform.
    • Die drei Häuser erhalten Sicherstellungszuschläge, weil sie strukturell gebraucht werden. Ziel muss sein, sie zu erweitern und die Qualitätsvoraussetzungen zu erfüllen.
    • Wichtige Entscheidungen fielen im Aufsichtsrat ohne breite Diskussion – der Kreistag war vielfach nur Informationsempfänger.
    • Die langfristige Finanzierungslücke muss jetzt mit Modellrechnungen bewertet werden, nicht erst, wenn es zu spät ist.

    Quelle: Niederschrift Kreistag 16.06.2025, TOP 7

  4. 29. April 2025

    548 Bürger antworten: Mehrheit gegen das Zentralklinikum

    Nach dem Kreistagsbeschluss starten wir eine Bürgerumfrage zur Zukunft des Klinikums. Die große Mehrheit der 548 Teilnehmenden lehnt das geplante Zentralklinikum ab. Gefordert werden der Erhalt und Ausbau der bestehenden Häuser und eine wohnortnahe Notfallversorgung. Das Vertrauen in die politischen Entscheidungen ist deutlich erschüttert.

    Quelle: ub-fiwa.de, 29.04.2025 (nicht repräsentative Online-Umfrage)

  5. 7. April 2025

    Mehrheit beschließt Neubau-Planung – unser Prüfauftrag abgelehnt

    BVG, SPD/FDP/Grüne und CDU/Hz reichen am 3. April einen gemeinsamen Antrag ein – nur zwei Werktage vor der Sitzung. Er beauftragt Landrat Jaschinski (CDU), die Planung für einen zentralen Klinikneubau fortzusetzen und Fördermittel vorzubereiten. Als Plan B soll ein Ausbau eines der drei Häuser geprüft und „3+1“ von einem unabhängigen Experten bewertet werden. Der Antrag wird in namentlicher Abstimmung mehrheitlich angenommen (28 Ja, 19 Nein).

    Nach Gesamtkosten, Eigenanteil des Landkreises oder Folgekosten für die Gesundheitszentren fragt in der Sitzung keine der drei antragstellenden Fraktionen – in der Niederschrift ist dazu nichts festgehalten.

    Unser Antrag und unsere Nachfragen

    Wir hatten beantragt, die Erweiterung der drei bestehenden Standorte durch ein unabhängiges Zweitgutachten prüfen zu lassen – ausdrücklich nicht von der bisherigen Beraterfirma: Kapazitäten, Fachabteilungen, Notfallversorgung, Personal, Finanzierung und wohnortnahe Erreichbarkeit. Der Antrag scheitert knapp (21 Ja, 23 Nein, 2 Enthaltungen).

    Ronny Zierenberg kritisierte, der Mehrheitsantrag sei ohne ausreichende Begründung der Dringlichkeit eingereicht worden, sodass keine gründliche Befassung möglich war. Er erinnerte an seine Hinweise zur Personalführung aus 2023 und forderte, eine unabhängige Prüfung nicht zu verhindern.

    Auf seine Anfrage zu Falldaten des Klinikums (AF-019/2025) wurde bekannt: Die Oberender AG war bereits 2021 vom Aufsichtsrat beauftragt worden.

    Quelle: Niederschrift Kreistag 07.04.2025, TOP 4.2.2, 21 und 22

    Unser Antrag (17.03.2025) → · Zum Mehrheitsantrag (03.04.2025) → · Bericht zur Sitzung →

  6. 10. März 2025

    Fünf Stunden Sondersitzung – hinter verschlossenen Türen

    Der Kreistag berät über die Lage des Klinikums, erstmals mit Bürgermeistern und Stadtverordneten. Vorgestellt werden eine Versorgungsbedarfsanalyse, der Jahresabschluss, die Folgen der Krankenhausreform, das Zielbild von Oberender und die Sicht des Ministeriums. Der gesamte Klinikum-Teil ist nicht öffentlich.

    Quelle: Tagesordnung außerplanmäßiger Kreistag 10.03.2025; Stadt Finsterwalde

2024

  1. 2. Dezember 2024

    3 Mio. € Rückstellung – Berichtspflicht abgelehnt

    Der Landkreis legt 3 Mio. € zur Absicherung der Sanierung des Klinikums zurück. Mehr Abgeordnete enthalten sich, als zustimmen (18 Ja, 0 Nein, 24 Enthaltungen). Die Lenkungsgruppe wird erweitert. Eine Pflicht, dem Kreistag in jeder Sitzung zu berichten, lehnt die Mehrheit knapp ab (19 Ja, 21 Nein, 1 Enthaltung).

    Quelle: Niederschrift Kreistag 02.12.2024, TOP 12, 19 und 20

  2. 27. November 2024

    Klinikchef kommt nicht in die Finsterwalder Stadtverordnetenversammlung

    Auf unsere Anregung wird Geschäftsführer Michael Winkler in die Stadtverordnetenversammlung Finsterwalde eingeladen. Er soll über sein erstes Jahr und die Pläne für die drei Standorte berichten. Er erscheint nicht.

    Quelle: ub-fiwa.de, 27.11.2024

  3. 7. Oktober 2024

    Neuer Kreistag: Lenkungsgruppe arbeitet weiter

    Nach der Kommunalwahl im Juni 2024 beschließt der neu gewählte Kreistag im Oktober, die Lenkungsgruppe Krankenhaus fortzuführen. Ein Antrag auf einen Sonderausschuss zum Klinikum wird abgelehnt.

    Quelle: Tagesordnung Kreistag 07.10.2024 (BV-090/2024, BV-092/2024)

2023

  1. 11. Dezember 2023

    Schließungen vorerst gestoppt – Kreistag verzichtet auf Ausschreibung der Geschäftsführung

    Landrat Jaschinski (CDU) nimmt seine Vorlage zu den Strukturänderungen von der Tagesordnung, weil eine Mehrheit nicht sicher ist. Das Gesundheitsministerium kündigt an, sich mit Landrat Jaschinski (CDU) verständigt zu haben, bis Ostern keine Abteilungen zu schließen. Der Kreistag berät außerdem den Einwohnerantrag „Stationäre Gesundheitsversorgung“ mit den Vertrauenspersonen Jörg Gampe und Dr. Astrid Knöfel.

    Unser Antrag

    Ronny Zierenberg und die Fraktion SPD/FDP/Grüne beantragen, die Stelle der Geschäftsführung öffentlich auszuschreiben und den Kreistag über den Besetzungsvorschlag entscheiden zu lassen. Ein Änderungsantrag der Linken streicht jede Beteiligung des Kreistages; beschlossen wird nur, dass die Stelle zu besetzen ist (BV-730/2023). Vier Tage später stellt Landrat Jaschinski (CDU) Michael Winkler als neuen Geschäftsführer vor.

    Unsere Einordnung

    Die Geschäftsführung des größten Unternehmens im Landkreis wird ohne Ausschreibung besetzt. Über das Gehalt und den beruflichen Hintergrund des neuen Geschäftsführers wurde der Kreistag nicht in Kenntnis gesetzt. Nachfragen dazu gab es keine.

    Quelle: Tagesordnung Kreistag 11.12.2023 (BV-713/2023, IV-714/2023, BV-730/2023); ub-fiwa.de, 12.12.2023; ub-fiwa.de, 15.12.2023

  2. Anfang Dezember 2023

    Nach unserem Antrag: Landrat Jaschinski (CDU) beruft Geschäftsführer ab

    Landrat Jaschinski (CDU) beruft Geschäftsführer Michael Neugebauer mit sofortiger Wirkung ab. Kurz zuvor hatten Ronny Zierenberg und die Kreistagsfraktion SPD/FDP/Grüne beim Kreistagsbüro einen Antrag eingereicht, die Abberufung durch den Kreistag anzuweisen. Wir Abgeordneten erfahren von der Abberufung aus der Presse. Nach unserer Kenntnis wurde auch der Aufsichtsrat nicht einbezogen.

    Unsere Einordnung

    Wir haben die Defizite in der Mitarbeiterführung seit Jahren angesprochen. Der Druck hat gewirkt – das kann aber nur der erste Schritt zu einem echten Neustart sein.

    Quelle: ub-fiwa.de, 02.12.2023

  3. 14. November 2023

    Aufsichtsrat beschließt Abbau – Kreistag erfährt es aus der Presse

    Laut Mitteilung des Klinikums soll sich die stationäre Versorgung künftig auf Herzberg und Elsterwerda konzentrieren. In Finsterwalde bliebe stationär nur die Psychiatrie, dazu eine Basis- und ambulante Notfallversorgung. In Herzberg sollen Gynäkologie und Geburtshilfe zum Jahresende und die Kinderheilkunde Mitte 2024 schließen. Die Mitteilung geht zuerst an die Presse, nicht an den Kreistag. Die Lenkungsgruppe hat bis dahin nicht einmal getagt.

    Ende November erklärt Landrat Jaschinski (CDU), die Pläne des Aufsichtsrats vorerst nicht umsetzen zu lassen. Wir fragen: War der öffentliche Druck zu groß?

    Ronny Zierenberg

    Vor der ersten Sitzung der Lenkungsgruppe wurden vollendete Tatsachen geschaffen. Wer im Juli noch an eine ergebnisoffene Diskussion geglaubt hat, sieht sich getäuscht – Finsterwalde, die bevölkerungsreichste Region des Kreises, wird abgehängt. Unsere Wählergruppe ist im Aufsichtsrat nicht vertreten.

    Quelle: ub-fiwa.de, 16.11.2023 mit Mitteilung des Klinikums vom 14.11.2023; ub-fiwa.de, 26.11.2023

  4. 9. Oktober 2023

    9.000 Unterschriften – und Millionendefizite

    Finsterwaldes Bürgermeister Jörg Gampe übergibt einen Einwohnerantrag mit 9.000 Unterschriften für die stationäre Versorgung. Der Kreistag nimmt zur Kenntnis: 2023 rund 9 Mio. € Defizit, 2024 ohne Gegenmaßnahmen rund 11 Mio. €, die Reserven reichen nur noch für 2024. „3+1“ soll dennoch weiterverfolgt werden.

    Ronny Zierenberg hakt nach
    • Wann und wie wird das Problem der Personalführung im Klinikum angegangen? Es sei bisher nicht behandelt worden.
    • Alternativen zu „3+1“ wurden nicht betrachtet. Gefordert ist eine fundierte Untersuchung mit Personal- und Kostenanalyse für das bestehende und das geplante Modell.
    • Zeitpunkt und Finanzierung des Neubaus sind ungeklärt – eine fundierte Entscheidung ist so kaum möglich.

    Die Verwaltung antwortete, der Aufsichtsrat befasse sich intensiv mit dem Thema, und bat um Vertrauen in dessen Arbeit.

    Quelle: Niederschrift Kreistag 09.10.2023, TOP 3 und 6

  5. 15. August 2023

    Kundgebung in Finsterwalde

    Auf dem Marktplatz protestieren Bürgerinnen und Bürger, Stadtverordnete und Klinikpersonal für den Erhalt des Krankenhauses Finsterwalde mit Notaufnahme und sammeln Unterschriften. Zur gleichen Zeit bestätigt eine Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Landtagsfraktion BVB / Freie Wähler: Eine gesicherte Finanzierung für einen Neubau gibt es nicht.

    Ronny Zierenberg

    Das Klinikum war im Vergleich zu anderen Krankenhäusern gesund und ist unter anderem durch die Corona-Pandemie in Schieflage geraten. Jetzt gilt es, wieder in die Spur zu finden und alle drei Standorte realistisch zu betrachten.

    Quelle: Stadt Finsterwalde; ub-fiwa.de, 15.08.2023

  6. 10. Juli 2023

    Sonderkreistag: Oberender präsentiert „3+1“

    Jan Hacker (Oberender AG) empfiehlt den Neubau eines Zentralklinikums und schätzt die Baukosten grob auf rund 150 Mio. €. Der Kreistag beschließt mehrheitlich, die Krankenhausstruktur weiterzuentwickeln und Perspektiven für alle drei Standorte zu erarbeiten. Die Lenkungsgruppe Krankenhaus wird gebildet. Einen Neubau beschließt der Kreistag an diesem Tag nicht.

    Ronny Zierenberg hakt nach
    • Wie viele Betten können mit dem heutigen Personal überhaupt belegt werden? Antwort: bei Zusammenlegung im Schnitt höchstens 70 %.
    • Wie werden junge Fachkräfte gewonnen und das vorhandene Personal gehalten?
    • Er kritisierte die Klinikleitung und verwies auf kritische Medienberichte über die Oberender AG.

    Die Beschlüsse hielt er für zu allgemein und stimmte nicht zu. Sein Änderungsantrag wurde angenommen: Der öffentliche Beteiligungsprozess ist nicht nur „beabsichtigt“, sondern durchzuführen (33 Ja, 3 Nein, 7 Enthaltungen).

    Quelle: Niederschrift außerplanmäßiger Kreistag 10.07.2023, TOP 3 und 4

    Unser Bericht zur Sitzung → · Kommentar zum „starken Signal“ → · Namentliche Abstimmung (PDF)

2022

  1. 12. Dezember 2022

    Landrat Jaschinski (CDU) berichtet zur Lage des Klinikums

    Landrat Christian Jaschinski (CDU) berichtet dem Kreistag ausführlich über das Klinikum. Laut einem Finsterwalder Stadtverordneten hatte Landrat Jaschinski (CDU) der Stadt im November 2022 noch schriftlich zugesichert, dass alle drei Standorte gesichert seien.

    Quelle: Niederschrift Kreistag 12.12.2022, TOP 3.1; Einwohnerfragestunde am 10.07.2023 (Niederschrift, TOP 2)

2021

  1. 2021

    Aufsichtsrat beauftragt die Oberender AG – ohne den Kreistag

    Auf Anregung des damaligen Geschäftsführers beauftragt der Aufsichtsrat nach einem Vergabeverfahren die Oberender AG, die Zukunft des Klinikums zu untersuchen. Der Kreistag als Vertretung des Gesellschafters wird in diese Entscheidung nicht einbezogen. Nach den Kosten des Gutachtens hat später keine Fraktion gefragt.

    Quelle: Niederschrift Kreistag 07.04.2025, TOP 4.2.2

  2. März 2021

    Erste Warnung an Landrat Jaschinski (CDU)

    Ronny Zierenberg wendet sich persönlich an Landrat Jaschinski (CDU), damit endlich ein Treffen mit den Finsterwalder Stadtverordneten zur Lage des Klinikums stattfindet. Dort weisen wir auf die Informationsdefizite und die Unzufriedenheit von Mitarbeitenden hin, deren Rückmeldungen die Geschäftsführung kaum beantwortet habe.

    Quelle: Freie Wähler Finsterwalde, 13.06.2023

Ein paar Worte zu dieser Chronik

Wir haben hier zusammengetragen, was wir aus Kreistagsprotokollen, Zeitungsberichten und öffentlichen Veranstaltungen wissen, und das Ganze aus unserer Sicht eingeordnet. Es ist also eine subjektive Darstellung unserer Fraktion.

Wir sind ehrenamtlich aktiv, vollständig ist die Chronik sicher nicht, und wo Menschen arbeiten, passieren auch Fehler. Wenn Ihnen etwas auffällt, das nicht stimmt oder fehlt, schreiben Sie uns gern an info@ub-ee.de – wir korrigieren und ergänzen laufend.

Fraktion Unabhängige Bürger Elbe-Elster