Freistellung des Klinikchefs – Statement von Ronny Zierenberg
Der Landrat hat den bisherigen Geschäftsführer des Elbe-Elster Klinikums freigestellt. Unser UBEE-Fraktionsvorsitzender im Kreistag Elbe-Elster, Ronny Zierenberg, nimmt dazu wie folgt Stellung:
„Unabhängig von der heutigen Entscheidung danke ich dem bisherigen Geschäftsführer für seine geleistete Arbeit und wünsche ihm persönlich für die Zukunft alles Gute. Die heutige Freistellung ist aus meiner Sicht dennoch nachvollziehbar und längst überfällig.
Als Kreistagsabgeordneter hatte ich in den vergangenen Monaten zunehmend den Eindruck, dass wir nicht offen und vollständig informiert wurden. Gemeinsam mit dem damaligen Landrat wurde der Neubau eines Zentralklinikums öffentlich angekündigt. Gleichzeitig blieben selbst grundlegende Fragen zur Finanzierung, zu möglichen Kostensteigerungen und zu den Risiken für den Landkreis wiederholt unbeantwortet.
Im Bürgerdialog wurde zunächst erklärt, dass keine Kostensteigerungen zu erwarten seien. Auf spätere Nachfragen hieß es dann, mögliche Mehrkosten seien kein Problem, da sie erstattet würden. Auf die entscheidenden Fragen, in welcher Höhe eine Erstattung erfolgen soll und auf welcher belastbaren Grundlage diese Annahme beruht, gab es bis heute keine überzeugenden Antworten. Dieses Muster mangelnder Transparenz zog sich durch viele Beratungen. Zuletzt haben auch erste Ausführungen einer Prüfungsgesellschaft deutlich gemacht, dass das geplante 3+1-Modell in seiner derzeitigen Form kritisch zu hinterfragen ist.
Wer Probleme schönredet, schafft kein Vertrauen – und wird sie am Ende auch nicht lösen.
Jetzt gilt es, gemeinsam einen tragfähigen und zukunftsfähigen Plan für die Gesundheitsversorgung im Landkreis Elbe-Elster zu entwickeln – einen Plan, der die medizinische Versorgung langfristig sichert, wirtschaftlich verantwortbar ist und den Kreishaushalt und damit die Städte und Gemeinden nicht mit unkalkulierbaren Risiken belastet. Als UBEE-Fraktion werden wir diesen Prozess konstruktiv, aber auch kritisch begleiten. Wir werden weiterhin die notwendigen Fragen stellen und darauf drängen, dass Entscheidungen transparent, nachvollziehbar und im Interesse der Bürgerinnen und Bürger unseres Landkreises getroffen werden.“